Familie ist out

Ein Bild geistert durchs Internet, auf dem eine Mutter am Flughafen ihr Baby vor sich auf dem Boden liegen hat und - statt auf ihr eigen Fleisch und Blut - lieber auf ihr Handy starrt. Alle sind schockiert. Heimlich fragt man sich, ob man nicht selbst schon mal mehr auf sein Smartphone geschaut, als sich wirklich auf seine Kinder konzentriert hat.

 

Was Bedeutet denn Familie heute noch? Sicherheit? Geborgenheit? Zusammenhalt? Das wäre super, aber ist in unserer ach so weit entwickelten Kultur eher rückläufig - um es ganz vorsichtig auszudrücken.

 

Sicherheit geben heutzutage 756 Facebook-Freunde und 1.378 Follower auf Instagram - sie wollen jedes Detail wissen und geben ganz tolle Ratschläge! Geborgenheit zu suchen bedeutet heutzutage, dass man nicht genug abgenabelt ist und zu wenig auf eigenen Beinen steht. Das will niemand von sich sagen müssen. Zusammenhalt hat man höchstens im Sportverein oder Kuchen-Club. Aber auch nur so weit die Torte reicht.

 

Irgendwie ist Familie einfach total uncool geworden, in anderen Kulturen ist sie nach wie vor das höchste Gut. Bei uns kommen Kinder lieber in überfüllte Kitas, in denen die Erzieher Burnout bekommen - die Kinder nicht, die mögen das Geschrei.

 

Hat man zum Beispiel ein Burnout und funktioniert nicht mehr wie gewohnt, trennt man sich kurzerhand von Job, Partner oder sonstigen Umständen - geht ja zum Glück heute alles ganz leicht! - oder übergibt das Problem der nächstgelegenen psychiatrischen Einrichtung, die haben da bestimmt Pillen für. Miteinander schwierige Phasen durchzustehen ist zu anstrengend.

 

Wenn man irgendwann zu alt und gebrechlich ist um noch zu nutzen, dann kommt man eben ins Heim, denn der Rest der "Familie" hat ja sein eigenes Leben.

 

Nehmen das alle hin, weil es heute eben so ist? Früher war gewiss nicht alles besser. Aber eine Familie war füreinander da. Heutzutage steht Familie nicht mehr an erster Stelle, denn so funktioniert das nicht mehr - zumindest nicht in unserer wahnsinnig weit entwickelten Kultur. Da guckt man lieber aufs Handy.

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